Reisebüro vs. Reiseveranstalter

Reisebüro vs. Reiseveranstalter – wo ist der Unterschied?

Der Badeurlaub auf Mallorca wurde im Internet gebucht, die Flitterwochen auf den Malediven sind im Reisebüro organisiert worden und für den Skiurlaub haben Sie selber im Hotel angerufen. Aber wer ist eigentlich für die gebuchte Reise verantwortlich? Welche Ansprüche stelle ich an welche Partei? Im Folgenden versuche ich das Chaos zu bereinigen und die Unterschiede zwischen Reisebüros, Reiseveranstaltern sowie weiteren Möglichkeiten der Reisebuchung zu erläutern.

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Was genau ist ein Reisebüro?

Wenn Du in einem Reisebüro Deine Reise buchst, ist diese Produkt nie ein eigenes Produkt des Reisbüros, sondern eine fertige Pauschalreise oder Leistung eines Veranstalters, welcher von dem gewählten Reisebüro vermittelt wird. Es besteht ein Vertrag zwischen beiden Parteien.

Ob also eine Reise bei Reisebüro X oder Y gebucht wird spielt erstmal keine Rolle. Entscheidend ist die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter mit ihrer/seiner Kompetenz wenn es um die Beratung und die Zusammenstellung der Angebote geht. Diese greifen jedoch ausschließlich auf das Angebot der Reiseveranstalter zurück mit welchen das Büro kooperiert.

Ein Reisebüro ist also ausschließlich in der Vermittlerposition, welche keine Auswirkung auf den reibungslosen Ablauf der Reise hat.
Im Reisebüro wird das passende Angebot heraus gesucht, es werden Empfehlungen ausgesprochen und die Reisen bei dem entsprechenden Reiseveranstalter eingebucht. Auch Ihre Reiseunterlagen erhalten Sie, teilweise, über Ihren Vermittler – also das Reisebüro.

Ein Reisebüro kann sowohl der Laden um die Ecke sein, als auch eine Plattform im Internet wie zum Beispiel Expedia, HolidayCheck, lastminute.de, urlaub.de, reiselinie.de, urlaubswerk.de, Flug-Urlaub-Reisen.com, ebookers.de, Nix-wie-weg sowie das Portal Reisen.de.

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Was genau ist ein Reiseveranstalter?

Der Reiseveranstalter ist – um es einfach auszudrücken – der Hersteller einer Pauschalreise. Hier werden die einzelnen Leistungen verhandelt, einkauft und dann dem Reisebüro zum Verkaufen bereitstellt.

Dies kann, wie schon erwähnt, eine Pauschalreise sein, aber auch Rundreisen oder Hotels genauso wie Flugtarife oder Kreuzfahrten. Es gibt sogut wie keine Leistung, welche nicht über einen Reiseveranstalter gebucht werden kann.

Da ein Reiseveranstalter nicht ein Hotelzimmer oder ein Flugticket bucht, kann dieser bei den entsprechenden Leistungsträgern bessere Preise verhandeln, was wiederum an Sie als Kunden weitergegeben wird. So kommt es oft vor, dass beispielsweise ein Hotel über einen Reiseveranstalter deutlich günstiger ist, als direkt zu buchen oder über eine Hoteldatenbank wie hrs.de oder hotel.de zu gehen.

Zu den größten und renommiertesten Reiseveranstaltern in Deutschland zählen unter anderem die TUI, FTI Touristik, Thomas Cook, Neckermann Reisen, Bucher Reisen, Olimar Reisen, 5vorFlug, Alltours, JT Touristik, byebye Touristik, Meier´s Weltreisen, DER TOUR, fit Reisen sowie Berge & Meer.

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Die Verträge – Tipps zur korrekten Reklamation!

Die Verträge die Sie als Kunde abschließen sind nicht ganz unerheblich – in erster Linie wenn es nach oder während der Reise etwas zu reklamieren gibt.

Als erstes gilt es zu beachten, dass ein klassisches Reisebüro immer ein Vermittler ist. Dies ist entscheidend für die Vertragsverhälnisse beim Buchen einer Reise. Den wichtigsten der Verträge – den Reisevertrag – haben Sie als Kunden immer mit dem Reiseveranstalter. Dieser ist demnach in der rechtlichen Pflicht die gebuchte Leistungen korrekt zu erbringen, ob die Leistung in Ihren Augen korrekt ist, spielt dabei keine Rolle. Es geht nur darum was wirklich gebucht wurde.
Fälschlicherweise wird in solchen Fällen oft das Reisebüro von den Kunden als „Fehlerquelle“ genannt. Hier liegt nur dann die Verantwortung, wenn Sie falsch beraten wurden.

Der Reisevertrag wird durch das Reisebüro zwischen Ihnen als Kunde und dem ausführenden Reiseveranstalter geschlossen. Zwischen Ihnen und dem Reisebüro besteht ausschließlich der Vermittlungsvertrag. Ist Ihr Reisebüro der Veranstalter einer Reise (bitte nachfragen!), gilt auch hier der Reisevertrag.

Eine Reklamation ist also immer an den Reiseveranstalter zu adressieren. Fragen Sie in Ihrem Reisebüro wenn Sie sich unsicher sind oder Hilfe benötigen – in der Regel hilft man Ihnen hier gerne weiter.

Was verbirgt sich hinter Hotel- oder Bettendatenbanken?

Fast jeder Urlauber hat schon einmal ein Hotel über Anbieter wie booking.com, Hotel.de, Hotels.com oder Expedia.de (nicht Eigenanreise!) gebucht.

Bei einer Hotelbuchung über eine solche Hotel- oder auch Bettendatenbank, nutzt der Anbieter der Unterkunft diese als Multiplikator und stellt die Preise selber im entsprechenden System ein. Der Vertragspartner ist also auch hier direkt der Anbieter der Unterkunft. Dies kann ein Hotel oder aber ein privater Anbieter von Gästezimmern sein.

Sollte es also im Nachhinein etwas zu beanstanden oder reklamieren geben, ist der Ansprechpartner die Partei welche die Leistung erbracht hat – die Betreiber der Unterkunft.